follow us on facebook

follow us on facebook

Spielplan und Online-Tickets

Download Jahresprogramm 2017/18

Online-Tickets sind ab Mitte September auf dieser Seite verfügbar

Donnerstag
27
Juli

19:00 Uhr
Rathaushof, Schwarzenbach an der Saale

Open Air "Klassik an der Saale"

 

Vivaldi, Konzert für zwei Trompeten und Orchester C-Dur
(Attila Szegedi, Rita Thiem, Trompeten)
Haydn
, Symphonie Nr. 60 C-Dur „Il Distratto“
Bartók, Rumänische Volkstänze
Tschaikowsky
, Walzer und Elegie aus der Serenade für Streicher in C-Dur op. 48
Dvorak
, Präludium, Polka und Finale aus der Tschechischen Suite op. 39
Rossini
, Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla 

 

Hofer Symphoniker
Roland Vieweg
, Dirigent

       

Freitag
29
September

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

01. Symphoniekonzert "Romantisch.Lyrisch.Emotional"

 

Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op.11

Witold Lutoslawski
Sinfonische Variationen

Johannes Brahms
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Hofer Symphoniker
Lars Vogt,
Klavier und Dirigent

        

 

Sommer, Ruhe und die herrliche Kärntner Seenlandschaft waren die Inspirationsquelle für Johannes Brahms zweite Symphonie. Fernab der Stadt, in Pörtschach am Wörthersee „fliegen die Melodien, dass man sich hüten muss, keine zu treten“, so der Komponist im Sommer 1877. Verwunderlich ist nicht, dass er für die Komposition seiner zweiten Symphonie nur vier Monate benötigte. Nach dem misslungenen Publikumsstart seiner ersten Symphonie war Brahms sehr daran gelegen, mit dem Folgewerk durchschlagenden Erfolg zu haben. Begeistert schrieb Haydns Biograph Ferdinand Pohl an den Verleger Simrock von Brahms: „Jeder Satz ist Gold, und alle vier zusammen bilden in sich ein notwendiges Ganzes. Leben und Kraft sprudelt überall, dabei Gemütstiefe und Lieblichkeit. Das kann man nur auf dem Lande, mitten in der Natur komponieren.“ Der Uraufführung am 30.12.1877 in Wien unter Hans Richter war ein großer, nachhaltiger Erfolg beschieden.

Witold Lutosławski war bereits 25 Jahre alt, als er 1938 seine erste Komposition, die Symphonischen Variationen, schrieb. Er schuf ein virtuoses, wirkungsvolles Orchesterwerk im spätromantischen Stil. „Ich möchte Menschen finden, die in der Tiefe ihrer Seele genauso fühlen wie ich. Das lässt sich nur mit der größten künstlerischen Aufrichtigkeit in jedem Detail der Musik erreichen – von den winzigsten technischen Aspekten bis hin zu den geheimsten Tiefen.“ Diese Äußerung Lutosławskis reflektiert auch die ungewöhnlich lange Zeit, die er brauchte, um seinen Weg zu finden.

Im April 1829 traf der 19-jährige Frédéric Chopin auf die Sopranistin Konstancja Gladkowska, deren Anblick in ihm eine Lawine ungeahnter Emotionen auslöste. Unfähig,sich der Angebeteten zu offenbaren, vertraute er seine Gefühle dem Klavier an. Im Adagio seines ersten Klavierkonzertes in e-Moll setzte er ihr ein heimliches Denkmal. Seinem Jugendfreund Tytus Wojciechowski schrieb er: „Besitze ich doch – vielleicht zu meinem Unglück, schon mein Ideal, dem ich, ohne mit ihm zu sprechen, bereits ein halbes Jahr treu diene, von dem ich träume, zu dessen Andenken ich das Adagio zu meinem neuen Konzerte komponiert habe“. Es muss ein besonderer Moment für Chopin gewesen sein, als Konstancja Gladkowska am 11. Oktober 1830 bei der Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes zuhörte.

Wir freuen uns, erneut Lars Vogt in einer Doppelfunktion als Solist und Dirigent begrüßen zu dürfen. Für ihn ist Chopin, „sich in den Sog dieser Musik voll reinzugeben, durchaus auch darin zu zerfließen, dieses Gefühl ganz zuzulassen“.

Details

Freitag
20
Oktober

15:03 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

02. Symphoniekonzert "Erinnerung.Abschied"

 

Joseph Haydn
Symphonie Nr. 45 fis-Moll "Abschiedssymphonie"

Gurstav Mahler
Das Lied der Erde, Symphonie für zwei Singstimmen und Orchester

Gerhild Romberg und Dominik Wortig, Gesang
Hermann Bäumer,
Dirigient

         

In vielen seiner Werke integrierte Joseph Haydn geistreiche und vorwitzige Elemente, um die Zuhörer zu überraschen oder aber zum Schmunzeln zu bringen. So verfuhr er auch bei seiner Komposition der Symphonie Nr. 45, bekannt unter dem Namen Abschiedssymphonie im Jahre 1772. Der gängigen Legende nach wollte Haydn seinen damaligen Arbeitgeber, den Fürsten Nikolaus von Esterhazy, dazu bewegen, seine Musiker nach einer sehr langen Saison in Esterhazy zu ihren Familien nach Eisenstadt zu entlassen. Sein Einfall einer Symphonie, in deren Finale die Musiker nacheinander demonstrativ die Bühne verlassen, bis nur noch der Dirigent übrig bleibt, zeigte seine Wirkung. Haydns Biograph Griesinger notierte: „Der Fürst stand nun auf und sagte, wenn sie alle gehen, so müssen wir auch gehen.“ Und zum Kapellmeister gerichtet: „Haydn, ich habe es verstanden; morgen können die Herren reisen.“ Ist der Hintergrund dieser Symphonie historisch auch nicht verbürgt, so zeigt es Haydns ausgeprägten Sinn für Humor.

Das Jahr 1907 war für Gustav Mahler ein Schicksalsjahr. Im Juni verstarb Mahlers vierjährige Tochter Maria Anna an Diphterie, und kurz danach wurde bei ihm ein chronisches Herzleiden diagnostiziert. Schwer angeschlagen befasste er sich mit Texten aus der im selben Jahr von Hans Bethge veröffentlichten Sammlung chinesischer Lyrik, Die chinesische Flöte. Erinnerung und Abschied, das vorherrschende Thema der Gedichte verarbeitete Mahler musikalisch zu einem sechsteiligen symphonischen Liederzyklus: Das Lied von der Erde. „Mir war eine schöne Zeit beschieden und ich glaube, dass es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe“, bekundet Gustav Mahler seinem Freund, dem Dirigenten Bruno Walter nach Vollendung seines vielleicht großartigsten Werkes. Der Kontrast zwischen dem todmüden „Der Einsame im Herbst“ (Nr. 2), dem zart-impressionistischen „Von der Jugend“ (Nr. 3) und dem ausklingenden, erschütternden „Abschied“ (Nr. 6) gibt ein sehr berührendes Zeugnis des Komponisten ab.

 

 

Details

Freitag
10
November

15:06 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

03. Symphoniekonzert "Musikalisches Glaubensbekenntnis"

 

John Corigliano
Elegy für Orchester

Erich Wolfgang Korngold
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

Felix Mendelssohn Bartholdy
Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 107 "Reformationssymphonie"

Carolin Widmann, Violine
Hermann Bäumer,
Dirigent

         

 

 

„Wie da jedes Wort nach Musik ruft, wie jede Strophe ein anderes Stück ist, wie überall ein Fortschritt, eine Bewegung, ein Wachsen sich findet, das ist gar zu herrlich“, so begeistert äußerte sich Felix Mendelssohn Bartholdy  über die Texte und Lieder des Kirchenreformators Martin Luther bei seinem Aufenthalt in Rom 1831. Ein Jahr zuvor komponierte Mendelssohn für die Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag der Augsburger Konfessionen seine „Symphonie zur Feier der Kirchen-Revolution“, später Reformationssymphonie genannt. Aufgrund der revolutionären Ereignisse wurden jedoch die Feierlichkeiten abgesagt. Auch der  zweite Versuch einer Uraufführung, zwei Jahre später, scheiterte, da die Musiker die Symphonie als „zu scholastisch, zu viel Fugato, zu wenig Melodie“ ablehnten. Erst Ende 1832 kam es zur ersten und einzigen Aufführung zu Mendelssohns Lebzeiten. Mit den Worten: „Die Reformationssymphonie kann ich gar nicht mehr ausstehen, möchte sie lieber verbrennen, als irgend eines meiner Stücke,  soll niemals herauskommen…“ verbannte Mendelssohn das Werk. Erst einundzwanzig Jahre nach seinem Tod erschien sein ganz persönliches Bekenntnis zum Protestantismus als Opus 107.

Gleich zwei Oscar-Preisträger präsentieren wir in unserem dritten Symphoniekonzert. John Corigliano und Erich Wolfgang Korngold wurden beide für ihre Filmmusiken ausgezeichnet. Bereits sieben Jahre lebte Erich Wolfgang Korngold in Amerika und wurde für seine Filmmusiken in Hollywood gefeiert, als er 1945 mit seinem Violinkonzert eine künstlerische Rückbesinnung vornahm. Korngold orientierte sich bei der Komposition an der  klassischen dreisätzigen Form, thematisch greift er allerdings auf vier zentrale Motive aus seinen Filmmusiken der 1930er Jahre zurück. Höchste Expressivität und technische Brillanz wird die Ausnahmemusikerin Carolin Widmann mit dem spätromantischen Werk präsentieren und sicher mitreißen. Aaron Copland ernannte John Corigliano zum „begabtesten Komponisten unserer Tage. Seine Musik ist individuell, einfallsreich, handwerklich meisterhaft und einfach berauschend für die Ohren.“ Für seine Filmmusik zu Die rote Violine erhielt John Corigliano im Jahre 2000 einen Oscar, 2001 kam ein Pulitzer Preis für die Komposition seiner 2. Symphonie dazu. Mit seiner expressiven Tonsprache komponierte Corigliano 1965 für eine Liebesszene des Broadway-Musicals Helen, eine romantisch-melancholische Elegy für Orchester.

 

 

Details

Freitag
01
Dezember

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

04. Symphoniekonzert "Festliche Weihnachtszeit"

 

Alexander Glasunow
Der Winter aus Die Jahreszeiten op. 67

Wolfgang Amadeus Mozart
Andante C-Dur KV 315 (Bearbeitung für Piccolotrompete und Streicher)

Joseph Haydn
Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur

Matthias Höfs, Trompete
Hermann Bäumer, Dirigent

Was wäre die Adventszeit ohne den festlichen Klang der Trompete. Für unser diesjähriges Weihnachtskonzert haben wir uns den grandiosen Trompeter Matthias Höfs  eingeladen. Er wird das kantable Andante in C-Dur KV 315 von Wolfgang Amadeus Mozart auf seiner Piccolotrompete präsentieren und eindrucksvoll beweisen, dass dieses eigentlich für Flöte komponierte Werk auf seiner Trompete ebenso graziös klingen kann.

Joseph Haydn war bereits 64 Jahre alt, als er das Konzert für Trompete und Orchester in Es-Dur komponierte. Der Trompeter Anton Weidinger konstruierte 1796 eine Trompete „mit Klappen, mittels derer sich in allen Lagen alle chromatischen Töne erzeugen lassen“ und regte damit Haydn an, ihm ein passendes Trompetenkonzert mit den neuen Möglichkeiten zu schaffen. Das Ergebnis ist bemerkenswert; es ist ein brillantes Trompetenkonzert, das bis heute zum Besten seiner Gattung gehört.

Das 1899 komponierte Werk Die Jahreszeiten hat Alexander Glasunow für das kaiserlich russische Ballett geschrieben. Im ersten Teil des einaktigen Balletts zeichnet  Glasunow ein wahres Winterschauspiel musikalisch nach. Meisterlich orchestriert hört und fühlt man die klirrende Kälte in den Facetten von Eis, Hagel und Schnee. Das Ballett wird heute nur selten im Theater aufgeführt. Als charmantes und einfallsreiches Konzertstück gehört es aber zu den beliebtesten Werken des Komponisten.

Den unverhüllten Ehealltag bis hin zu seinem geliebten Skatspiel vereinigte Richard Strauss in seiner Oper Intermezzo-Bürgerliche Komödie mit symphonischen Zwischenspielen. Musikalisch lebt das Werk von den raffinierten Orchester-Zwischenspielen. Vier der insgesamt zwölf orchestralen Zwischenspiele koppelte Strauss für den Konzertsaal aus und sicherte ihnen damit einen festen Bestand im Konzertrepertoire. Das zweite schwelgerische Zwischenspiel, die Träumerei am Kamin, zeigt seine Ehefrau gedankenversunken am Kamin, auf ihren verreisten Kapellmeister-Gatten wartend.

 

 

Details

Donnerstag
04
Januar

19:30 Uhr
Rosenthal-Theater, Selb

Neujahrskonzert "Magic Movie Moments"

 

siehe Konzert vom 07. Januar 2018

Freitag
05
Januar

20:00 Uhr
Dr.-Stammberger-Halle, Kulmbach

Neujahrskonzert "Magic Movie Moments"

 

siehe Konzert am 07. Januar 2018

Samstag
06
Januar

17:00 Uhr
Festsaal Freiheitshalle, Hof

Neujahrskonzert "Magic Movie Moments"

 

siehe Konzert vom 07. Januar 2018

Sonntag
07
Januar

19:30 Uhr
Kultur- und Veranstaltungszentrum, Tirschenreuth

Neujahrskonzert "Magic Movie Moments"

 

Was wären Filme ohne Musik? Komödien wären nur halb so lustig, Action­filme nur halb so spannend und Liebesszenen nur halb so schön. Egal bei welchem Film, die Musik lässt einen noch intensiver in die Handlung einsteigen, und sie kann Emotionen wie Freude, Liebe, Angst oder Trauer sichtbar machen; sie geht einfach unter die Haut. Nicht umsonst wird seit 1935 jedes Jahr auch der Oscar für die „Beste Filmmusik“ verliehen. Nach dem grandiosen Neujahrskonzert „Vom Prater zum Broadway“ im Jahre 2016 wird sich Carry Sass diesmal der packenden Welt der Filmmusik widmen. Von Klassikern der Filmgeschichte bis hin zu Fantasie- und Action-Filmen wird in diesem Konzert alles vertreten sein. Mit viel Emotion und Temperament wird Carry Sass vom Bond-Titelsong Skyfall bis hin zu aktuellen Blockbustern wie Die Tribute von Panem vor unserem inneren Auge wieder aufleben lassen. Gemeinsam mit den Hofer Symphonikern unter der Leitung von Hannes Ferrand wird sie für „Magic Movie Moments“ sorgen.

Carry Sass, Moderation und Gesang
Hannes Ferrand, Dirigent

 

         

Freitag
19
Januar

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

05. Symphoniekonzert "Botschaften"

 

Mieczyslaw Weinberg
Das Goldene Schlüsselchen, Ballettsuite Nr. 4 op. 55d

Edward Elgar
Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85

Dmitrij Schostakowitsch
Symphonie Nr. d-Moll op. 47

Julian Steckel, Violoncello
Elias Grandy,Dirigent

         

Über 20 Symphonien, 17 Streichquartette, 7 Opern und mehr als 200 Lieder komponierte Mieczysław Weinberg in seinem Leben, und dennoch ist der polnisch-sowjetische Komponist vielen kein Begriff. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs floh Weinberg 1939 angesichts seiner jüdischen Herkunft von Warschau in die Sowjetunion und setzte in Minsk sein Kompositionsstudium fort. Im Jahr 1943, nachdem er an Dmitrij Schostakowitsch die Partitur seiner soeben vollendeten ersten Symphonie schickte, war dieser derart begeistert, dass er Weinberg nach Moskau holte. Es war der Beginn einer langjährigen, herzlichen Komponisten-Freundschaft. Weinbergs Ballett Das goldene Schlüsselchen basiert auf dem Volksmärchen Burattino von Aleksej Tolstoi und ist eine Adaption des beliebten Pinocchio-Themas. Die unbeschwert-heitere Ballettmusik hat Weinberg 1964 zu vier Orchestersuiten verarbeitet, von denen in diesem Konzert die vierte erklingt.

Schwer erschüttert von den Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges und der Angst um seine kranke Frau komponierte Edward Elgar im Sommer 1919 sein Cellokonzert.  „Ich bin schrecklich geschäftig und habe nahezu ein Konzert für Violoncello vollendet-ein wirklich großes Werk und ich glaube gut und lebhaft“, berichtet er einem Freund. Die typisch stolzen, imperialen Klänge der Pomp und Circumstance Märsche sind in diesem Konzert nicht mehr zu finden. Vielmehr zeigt sich Elgar in dem elegischen, melancholischen Konzert von seiner persönlichsten Seite. „Es ist wie das Destillat einer Träne“, beschrieb die Ausnahmecellistin Jacqueline du Pré die langsamen Passagen des Konzertes und trifft damit die damalige Gemütslage von Edward Elgar. Das Cellokonzert war Elgars letzte nennenswerte Komposition. Es scheint, als nähme Elgar mit seinem Cellokonzert Abschied; Abschied vom Komponieren und auch Abschied vom Leben.

Stalins Urteil zu Dmitrij Schostakowitschs Oper Lady Macbeth von Mzensk war  vernichtend: „Vom ersten Augenblick an vergeht dem Zuhörer Hören und Sehen bei dem absichtlich plumpen, verwirrenden Getöse von Tönen. Melodiefetzen, embryonale musikalische Folgen ertrinken, verschwinden und gehen immer wieder unter in Krachen, Knirschen und Kreischen.“ Im Jahr 1936 erklärte der sowjetische Diktator Schostakowitsch zum Volksfeind. Aus Angst, Opfer von Stalins Säuberungen zu werden, zog sich Schostakowitsch völlig zurück und sagte schließlich die Uraufführung seiner 4. Symphonie ab. Erst 1937 befasste er sich mit einem neuen Werk, seiner 5. Symphonie und gab mit ihr die vermeintliche „schöpferische Antwort eines Sowjetkünstlers auf gerechte Kritik“. Die auffallende Klassizität und das triumphale Marschfinale des Werkes überzeugten die sowjetische Führung. Schostakowitsch war rehabilitiert. Was er jedoch tatsächlich dachte und fühlte, verpackte Schostakowitsch im Finalsatz in ein Selbstzitat und rückt damit den vermeintlichen Jubel in ein anderes Licht, er lässt ihn „erzwungen“ erscheinen.

 

 

Details

Freitag
23
Februar

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

06. Symphoniekonzert "Bilder einer Ausstellung"

 

Erik Satie
Jack-in-the-Box, Bühnenmusik (orchestriert von Darius Milhaud)

Alexander Glasunow
Konzert für Altsaxophon und Streichorchester Es-Dur op. 109

Jacques Ibert
Concertino da camera für Altsaxophon und elf Instrumente

Modest Mussorgsky
Bilder einer Ausstellung (orchestriert von Maurice Ravel)

Asya Fateyeva, Saxophon
Christoph-Maria Müller, Dirigent

         

Mit seinen Klavierstücken Gymnopédies wurde Erik Satie berühmt. Die traumhaft melancholischen Walzer sind in ihrem Zauber unübertroffen, leider aber auch zu häufig für Werbung und Film als Klangteppich missbraucht. 1899 komponierte Satie drei Klavierstücke für ein zweiaktiges Pantomime-Ballett über Jack-in-the-Box, den Schachtelteufel.  Zu einer Aufführung kam es wohl nie, und erst nach seinem Tod tauchten die Noten hinter seinem Klavier wieder auf. Im Jahre 1928, anlässlich Saties 60. Geburtstags, orchestrierte Darius Milhaud Jack-in-the-Box zu einem kurzweiligen, humorigen Orchesterwerk.

Im Mittelpunkt dieses Konzertabends steht das Saxophon, das nach wie vor in der symphonischen Musik eher selten anzutreffen ist. Im Jahr 1933 schrieb Alexander Glasunow auf Anregung des berühmten Saxophonisten Sigurd Rascher das Konzert für Altsaxophon und Streichorchester. Inspiriert von Filmmusik und russischer Volksmelodik gehört das schwelgerische Konzert zum Schönsten seiner Gattung. Von einer anderen Seite zeigt sich das Concertino da camera für Altsaxophon und elf Instrumente von Jacques Ibert. Mit viel Raffinesse komponierte er 1934 das Werk und vereinigt darin mit viel französischem Charme barocke Klänge mit swingendem Jazz - ein wahres Fest an Klangfarben und Emotionen.

 „Warum nur leben Hunde und Katzen? Und Geschöpfe wie Hartmann müssen sterben?“ Modest Mussorgsky war schwer erschüttert, als er 1873 vom Tod seines Freundes, dem bedeutenden Maler und Architekten Viktor Hartmann erfuhr. Im Frühjahr 1874 wurde dem Künstler Hartmann zu Ehren eine Gedenkausstellung mit 400 seiner Exponate in St. Petersburg gewidmet. Der Besuch der Ausstellung löste in Mussorgsky einen wahren Schaffensrausch aus, und bereits wenige Monate später vollendete er seinen Klavierzyklus Bilder einer Ausstellung. Aus den zahlreichen Orchesterfassungen, die in der Folgezeit entstanden, ragt die in unserem Konzert erklingende, klangfarbenreiche Bearbeitung von Maurice Ravel heraus.

 

 

Details

Freitag
23
März

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

07. Symphoniekonzert "Natur.Gewalt"

 

Peter Lawrence
Weitere Metamorphosen (nach Themen von Carl Maria von Weber)

Tan Dun
The Tears of Nature, Konzert für Schlagzeug und Orchester

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 "Pastorale"

Vivi Vassileva, Schlagzeug
Johannes Wildner, Dirigent

         

         

Das Werk Weitere Metamorphosen (nach Themen von Carl Maria von Weber) von Peter Lawrence wurde 2003 von den Jungen Deutschen Blechbläsersolisten in Auftrag gegeben. Es stellt eine Erweiterung der berühmten Symphonischen Metamorphosen von Themen Carl Maria von Weber von Paul Hindemith dar. In seinem 4-sätzigen Werk variierte, kürzte und erweiterte Hindemith verschiedene Themen von Carl Maria von Weber so kunstvoll, dass der Urheber manchmal nicht mehr erkennbar war. Peter Lawrence hat dieselben Themen verwendet und den Gedanken noch weiter gesponnen. In seinem Werk werden zunächst die Originalthemen von Weber zitiert, gefolgt von Hindemiths Variationen bis dann Lawrences Variationen mit jazzigen, modernere Anleihen erklingen.

„Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Wald; jeder Baum spricht durch dich.“ Es ist bekannt, dass Ludwig van Beethoven ein leidenschaftlicher Naturfreund war, und sofern ihm möglich, entfloh er dem Wiener Stadttrubel. In seiner Heiligenstädter Behausung nahe Wiens und dem nahegelegenen Pfad in den Wald hinein, heute als „Beethovengang“ bekannt, entstanden im Sommer 1808 Teile seiner PastoralSymphonie. „Hier habe ich die Szene am Bach geschrieben, und die Goldammern da oben, die Wachteln, Nachtigallen und Kuckucke ringsum haben mitkomponiert.“ In seiner Hymne auf die Natur hat er beschauliche Stimmungsbilder geschaffen. Die einzelnen Sätzen versah er mit Titeln wie „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“, der idyllischen „Szene am Bach“, bis zum heftig hernieder prasselnden „Gewitter” und drückte darin die Empfindungen aus,  welche der Genuß des Landes im Menschen hervorbringt, wobei einige Gefühle des Landlebens geschildert werden.“

Auch Tan Dun, chinesischer Komponist, ist seit Lebtag eng mit der Natur verbunden. Während der chinesischen Kulturrevolution ohne reguläre Ausbildung aufgewachsen, arbeitete Tan Dun zunächst als Reispflanzer, bevor er ein Musikstudium am Pekinger Konservatorium begann. Chinesische Volkslieder und die musikalischen Rituale der Dorfschamanen prägten ihn schon früh. Jedoch erst nach seiner Emigration in die USA wurden ihm seine chinesischen Wurzeln, nicht zuletzt durch seinen Freund und Mentor John Cage, richtig bewusst. „In der Musik von Tan Dun wird offensichtlich, dass der Klang eine Stimme der Natur ist, in der wir leben und der wir zu lange nicht zugehört haben“, so John Cage. Sein 2012 uraufgeführtes Konzert für Schlagzeug und Orchester The Tears of Nature lässt unsere Solistin Vivi Vassileva wie eine Orchesterschamanin im Orchester bewegen und führt uns anhand der „Tränen der Natur“ vor Augen, in welch bedrohter Natur wir leben.

Details

Freitag
13
April

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

08. Symphoniekonzert "Heimat.Hoffnung.Sehnsucht"

 

Sofia Gubaidulina
Märchen-Poem

Sergej Prokofieff
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 63

Sergej Rachmaninoff
Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Noa Wildschut, Violine
Stephan Zilias, Dirigent

         

„Seien Sie Sie-selbst, haben Sie keine Angst, Sie-selbst zu sein. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf Ihrem eigenen falschen Weg weitergehen“, wurde Sofia Gubaidulina, eine der bedeutendsten zeitgenössischen Komponistinnen, bereits vor 50 Jahren von Dmitrij Schostakowitsch mit auf dem Weg gegeben. Jahrzehntelang durch die stalinistische Diktatur drangsaliert, setzte sie sich mit diesem Lebenscredo erfolgreich durch. Gubaidulinas Musik ist nicht absolut, vielmehr stehen ihre Werke im Kontext zu ihrer philosophischen, religiösen oder mystischen Grundhaltung. Für eine Rundfunksendung über das tschechische Märchen Die kleine Kreide komponierte sie 1971 die Musik, 1992 folgte dann ihre Orchesterfassung mit dem Titel Märchenpoem. Den Inhalt des rund 10-minütigen Werkes fasste Gubaiduina folgendermaßen zusammen: „Hauptperson ist ein kleines Stück Kreide, mit dem man auf Schultafeln schreibt. Die Kreide träumt davon, dass sie wunderbare Schlösser, schöne Gärten mit Pavillons und das Meer zeichnen wird. Aber Tag für Tag ist sie gezwungen, irgendwelche langweiligen Wörter, Zahlen und geometrischen Figuren auf die Tafel zu malen. Dabei wird sie im Unterschied zu den Kindern, die täglich wachsen, immer kleiner und kleiner.“

Unmittelbar nach Vollendung seiner 2.  Symphonie versicherte Sergej Rachmaninoff, nie wieder eine Symphonie zu komponieren. 30 Jahre später wagte er sich dennoch wieder an diese Gattung. Seine 3. Symphonie komponierte der Künstler in den Sommermonaten der Jahre 1935/36 in seiner Schweizer Villa am Vierwaldstätter See. Das spätromantische Werk ist mit seiner emphatischen Melodik stark von Wehmut und Sehnsucht geprägt. Eine schwere Last läge auf seinen Schultern, klagte der Künstler 1930 in einem Interview: „Es istdas Bewusstsein, dass ich keine Heimat habe. Die ganze Welt steht mir offen, nur ein Platz ist mir verschlossen, und das ist mein eigenes Land, Russland.“

Zur selben Zeit, im Sommer 1935, komponierte Sergej Prokofieff sein 2. Violinkonzert in g-Moll. „Die vielen Orte, an denen ich an dem Konzert arbeitete, sind charakteristisch für das Nomadenleben, das ein konzertierender Künstler führen muss. Das Hauptthema des ersten Satzes entstand in Paris, das des zweiten in Woronesch, die Instrumentation vollendete ich in Baku, die Uraufführung fand im Dezember 1935 in Madrid statt“, so Prokofieff in seinen Erinnerungen zur Entstehung des Werkes. Das Konzert entsprach trotz seiner kosmopolitischen Entstehung gleichwohl den aktuellen kulturpolitischen Maßstäben der Sowjetunion. Mit dem melodischen 1. Satz, dem lyrischen Andante assai im Zentrum und dem rhythmisch-lebhaften Finale erfüllte das Konzert die staatlichen Konzessionen zur „Neuen Einfachheit“ und ebnete dem ehemaligen Stalin-Provokateur den Weg zurück nach Moskau. „Die Luft der Fremde bekommt meiner Inspiration nicht, weil ich Russe bin, und das Unbekömmlichste für einen Menschen wie mich ist es, im Exil zu leben, das mir nicht entspricht.“

Details

Freitag
18
Mai

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

09. Symphoniekonzert "Russische Märchen"

 

Johannes Brahms
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77

Igor Strawinsky
Der Freuervogel, Suite für Orchester

Thomas Zehetmair, Violine und Dirigent

Als Igor Strawinsky 1909 vom russischen Impressario Sergej Diaghilew beauftragt wurde, die Musik zum Ballett  Der Feuervogel zu komponieren, war nicht absehbar, dass er damit Musikgeschichte schreiben würde. Angesichts der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit sagte er zögernd zu; die Premiere war bereits ein halbes Jahr später in Paris angesetzt. „Ich kannte damals meine Kräfte noch nicht“, erinnerte sich Strawinsky später. Im November 1909 begonnen, stellte er im Mai des folgenden Jahres die Partitur des Balletts fertig. Sein zufriedener Auftraggeber prophezeite bereits in den Proben: „Seht ihn euch an, er ist ein Mann am Vorabend seines Ruhmes“. Und er hatte Recht, die Premiere am 25. Juni 1910 in Paris bescherte Strawinsky den erwünschten Weltruhm. Der Uraufführungserfolg veranlasste Strawinsky 1911 und 1919 eine Suite mit ausgewählten Nummern des Balletts zusammenzustellen. 1945 folgte dann die in unserem Konzert erklingende Ballettsuite. Basierend auf zwei russischen Märchen entwarf der Choreograph Michail Fokin ein Ballett, das den Kampf zwischen dem magischen Feuervogel und dem bösen Zauberer Kastschej schildert, ein Kampf zwischen Gut und Böse. Dem märchenhaften Charakter des Balletts wurde Strawinsky vollends gerecht, er komponierte ein mitreißend rhythmisches und farbenprächtiges Ballett für ein „verschwenderisch großes Orchester“.

„Ich bin zufrieden, wenn Du ein Wort sagst, und vielleicht einige hineinschreibst: schwer, unbequem, unmöglich usw.“ Mit dieser Bitte um eine Einschätzung zum Manuskript seines Violinkonzertes wandte sich Johannes Brahms 1878 an seinenFreund, den berühmten Geiger Joseph Joachim. Dieser schlug vor, einige besonders schwierige Stellen zu vereinfachen. Brahms war jedoch nur bedingt überzeugt, und es folgte eine intensive Diskussion zwischen Komponist und dem späteren Widmungsträger des Werkes. Nach der Uraufführung am Neujahrstag 1879 gab es viele kritische Stimmen: Brahmsfreund Hans von Bülow beanstandete, es sei ein Werk „gegen die Violine“ und auch die beiden Violinvirtuosen Henryk Wieniawski und Pablo de Sarasate sprachen sich gegen das Konzert aus. Wieniawski bezeichnete das Konzert als „unspielbar“ und Sarasate weigerte sich gar das Werk zu spielen. Er wolle nicht „mit der Geige in der Hand zuhören, wie die Oboe dem Publikum die einzige Melodie des ganzen Stückes vorspielt.“ Heute gehört das großartige Violinkonzert zu den bedeutendsten Solokonzerten des 19. Jahrhunderts.

 

 

Details

Samstag
09
Juni

19:30 Uhr
Großes Haus, Freiheitshalle Hof

10. Symphoniekonzert "Eine Alpsinfonie in Bildern"

 

Richard Strauss
Eine Alpensinfonie op. 64 in Bildern von Tobias Melle

Erleben Sie packende symphonische Musik und mächtige Naturbilder.
Die Hofer Symphoniker und Tobias Melle präsentieren musikalische und visuelle Impressionen einer legendären Wanderung in den Alpen.

Johannes Wildner, Dirigent

Inspiriert vom Panorama der bayerischen Berge schuf Richard Strauss mit der Alpensinfonie ein mächtiges Tongemälde, das direkt der Natur entsprungen zu sein scheint. Die Musik ist so reich, detailliert und differenziert, dass die Partitur weit mehr als 100 Musiker, und, unter anderem, eine Windmaschine, eine Donnermaschine, Glockenspiel und Herdengeläute vorschreibt. Die Klänge sind daher bereits nahezu bildhaft , und Tobias Melle hat sich selbst die Aufgabe gestellt, die Bilder in der Musik sichtbar zu machen. Er durchwanderte 3 Jahre lang mit Zelt und Kamera die Berchtesgadener Alpen, um Strauss’ musikalischer Bergwanderung nachzuspüren. Alle Motive sind selbst erwandert, alles ist selbst erlebt, jeder Anstieg erschwitzt, und die Wetter und Gefahren sind mit 35 kg Ausrüstung im Rucksack selbst erstiegen worden. Mit seinen Bildern ist es ihm nicht nur gelungen, die Tiefe und Größe des Werks zu bewahren, sondern es zugleich um faszinierende neue Blickwinkel zu bereichern.

Seit vielen Jahren ist Richard Strauss’ Alpensinfonie in Bildern das erfolgreichste Projekt der Serie Symphonie in Bildern. Viele tausend Zuschauer haben die intensive Verbindung von Strauss’ Symphonie mit den eindrucksvollen Bildern Tobias Melles in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in den USA erlebt.

Nach der gefeierten Aufführung von Beethovens Symphonie Nr. 9 in Bildern im Jahr 2013 in der Freiheitshalle kehrt Tobias Melle nun nach Hof zurück. Für die Hofer Symphoniker ist dieses Konzert eine spannende Premiere: Es ist das erste Mal, dass wir dieses alpin inspirierte Meisterwerk mit Bildern von Tobias Melle präsentieren. Wir freuen uns gemeinsam mit dem Publikum auf packende symphonische Musik und faszinierende Naturbilder.

 

 

Details

Freitag
29
Juni

19:30 Uhr
Festsaal, Freiheitshalle Hof

11. Symphoniekonzert "Von Tasten und Tatzen"

 

Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 31 D-Dur KV 297 "Pariser"

Francis Poulenc
Konzert für zwei Klaviere und Orchester d-Moll FP 61

Camille Saint-Saëns
Der Karneval der Tiere

Mona und Rica Bard, Klavierduo
Ralf Hocke, Sprecher
Hermann Bäumer, Dirigent

     

         

Seinen Karneval der Tiere hätte Camille Saint-Saëns gern geheim gehalten, war es doch von ihm nur als Gelegenheitskomposition und für private Hauskonzerte gedacht. Zudem befürchtete er seinen Ruf als ernstzunehmenden Komponisten zu verlieren. In den 14 Musikstücken imitierte er nicht nur allerlei Tierrufe, vielmehr parodierte er einige seiner bereits verstorbenen Berufskollegen, wie zum Beispiel Jacques Offenbach bei den „Schildkröten“, Hector Berlioz bei dem „Elefanten“ und Gioacchino Rossini bei den „Fossilien“. Erst ein Jahr nach Saint-Saëns’ Tod wurde das Werk zur Karnevalszeit am 25. Februar 1922 in Paris wiederaufgeführt und gehört seither zu den bekanntesten und beliebtesten Werken des Komponisten. Loriots wunderbar humorige Zwischentexte trägt Schauspieler Ralf Hocke mit Ironie und Spitzzüngigkeit vor.

In seinen Kompositionen verknüpfte Francis Poulenc verschiedenste Musikstile zu unverwechselbaren eigenen Meisterwerken. Er war sich bewusst, dass er kein musikalischer Erneuerer war, doch vertrat er die Meinung, dass es auch moderne Musik geben muss, die vertraute musikalische Stilmittel einsetzt und so Neues erschafft. Sein im Jahre 1932 komponiertes Konzert für zwei Klaviere ist ein Kaleidoskop unterschiedlichster musikalischer Elemente. „Im Larghetto bin ich zum ersten Mal zu Mozart zurückgekehrt, weil ich seine Melodien liebe und ihn vor allen anderen Musikern schätze. Der Satz beginnt „alla Mozart“, wendet sich aber mit dem Einsatz des zweiten Pianos zu einem Stil der damals für mich typisch war“, so erinnerte sich Poulenc in einem Interview. Stetig arbeitete Leopold Mozart daran, die Karriere seines Sohnes Wolfgang Amadeus voranzutreiben. „Fort mit Dir nach Paris“, befahl er dem Sohn im Februar 1778, um in der europäischen Musikmetropole endlich zu einer lukrativen Anstellung zu kommen.

Seine Pariser Symphonie verschaffte ihm den nötigen Erfolg. Es ist ein Auftragswerk des Pariser Konzertunternehmers Joseph le Gros, der in seiner Konzertreihe „Concerts spirituels“ die neuesten Werke aufführen ließ. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte eine prunkvolle Symphonie, die nicht nur Kenner, sondern auch die „dummen Esel“ bediene. Mit einem größeren Orchesterapparat, erstmals auch Klarinetten, und einer kontrastreichen Musik erfüllte er die Erwartungen des Pariser Publikums. Die Uraufführung am 21. April 1778 war ein großer Erfolg „mit allem applauso“, und Mozart war mit dem Ergebnis seiner Bemühungen „sehr wohl zufrieden“.

 

 

Details