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Spielplan und Online-Tickets

Aktuelle Regelungen für Konzerte der Hofer Symphoniker

Karten unter Tel. 09281 7200-29

 

 

 

Samstag
16
Mai

19:30 Uhr
St. Michaeliskirche, Hof

09. Symphoniekonzert "Ode an die Freude"

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Chor der Klangverwaltung
Enoch zu Guttenberg, Dirigent

Susanne Bernhard, Sopran
Susanne Schaeffer, Alt
Emilio Pons, Tenor
Falko Hönisch, Bass

 

 

Im öffentlichen Bewusstsein gilt Ludwig van Beethovens 9. Symphonie mit ihrem berühmten Chorschluss als krönender Kulminationspunkt seiner letzten Schaffensjahre. Aber Friedrich von Schillers Ode An die Freude hatte den Komponisten fast ein ganzes Leben lang beschäftigt und begleitet. 1786 war das Gedicht als Präambel des zweiten Heftes der von Schiller herausgegebenen Zeitschrift Thalia veröffentlicht worden, und der damals sechzehnjährige Beethoven dürfte es fast unmittelbar nach Erscheinen kennengelernt haben. Konkrete Pläne für eine Vertonung verdichteten sich spätestens 1792, also im Vorfeld der Übersiedelung von Bonn nach Wien. Jedenfalls berichtet der junge Bonner Universitätsprofessor Bartholomäus Fischenich, seit seiner Jenaer Studienzeit eng mit dem Dichter befreundet, in einem Brief vom 26. Januar 1793 an Charlotte von Schiller: „Ich lege Ihnen eine Composition der Feuerfarbe bei und
wünsche Ihr Urtheil darüber zu vernehmen. Sie ist von einem hiesigen jungen Mann, dessen musikalische Talente allgemein angerühmt werden, und den nun der Kurfürst nach Wien zu Haydn geschickt hat. Er wird auch Schillers Freude und zwar jede Strophe bearbeiten. Ich erwarte etwas Vollkommenes, denn so viel ich ihn kenne, ist er ganz für das Große und Erhabene.“ Ob dieser erste Kompositionsversuch je über Pläne und Ideen hinausgedieh, ist ungewiss. Doch 1798 findet sich eine Skizze zur Vertonung der Zeile „Muss ein lieber Vater wohnen“, die zumindest beweist, dass Beethoven sich kontinuierlich mit dem Projekt beschäftigte.

Allein die Textauswahl belegt, wie intensiv hier über das Wort-Ton-Verhältnis nachgedacht wurde. Statt des ursprünglichen Vorhabens, Schillers Dichtung ungekürzt zu vertonen, erlaubte sich Beethoven nun souveräne Eingriffe in die Textur. Er strich volle zehn der sechzehn Strophen und arbeitete, wo es künstlerisch not tat, sogar gegen den Duktus des Dichters. Vor allem aber wurde Beethovens Musik zum Meilenstein in der künstlerischen Definition des Verhältnisses von Individuum und Masse. Ein Leben lang hatte der Komponist um diese Frage gerungen; seine Konzerte und seine Kammermusik geben davon beredt Zeugnis. Nun ermöglichte es Schillers Text, diese durch und durch demokratische Intention auch verbal greifbar zu machen. So markierte die denkwürdige Wiener Uraufführung vom 7. Mai 1824 auch keinen Endpunkt, sondern einen Anfang. Die Rezeption des Werkes begann sich zu verselbständigen und führte zum barbarischen Missbrauch durch die Nationalsozialisten ebenso wie zu seiner prägenden Rolle als Freiheitsmusik beim Fall des Eisernen Vorhangs 1989 oder – schon 1985 – zur Erhebung des Finalchors zur Europahymne. Das scheinbar festliche Verbrüderungs-Werk war von Beginn an ein Politikum und wird es auch in Zukunft bleiben.

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