Freitag, 11. November 2022 . 19:30 Uhr . Festsaal, Freiheitshalle Hof

3. Symphoniekonzert
Jubilee

Saxophon Jess Gillam
Dirigent Martijn Dendievel

Werke
Jacques Ibert Bostoniana
John Adams Saxophonkonzert
César Franck Symphonie d-Moll

Wir laden Sie herzlich zur Konzerteinführung um 18:30 Uhr im Konferenzbereich Freiheitshalle Hof ein, der Eintritt ist frei.

Ein Geburtstagskonzert haben wir hier für Sie zusammengestellt: „Bostoniana“
ist der Titel eines Satzes aus Jacques Iberts unvollendeter Symphonie Nr. 2. Uraufgeführt wurde er im Jahr nach Iberts Tod am 25.Januar 1963 durch das Boston Symphony Orchestra unter Charles Munch. Den Anlass zu diesem furiosen Stück von etwa 8 Minuten hatte ein Kompositionsauftrag zum 75. Geburtstag des BSO gegeben.
Jetzt im Jahr 2022 feiert der legendäre US-amerikanische Komponist John Adams ebenfalls seinen 75. Geburtstag. Für sein Saxophonkonzert aus dem Jahr 2013 konnten wir die junge britische Saxophonistin Jess Gillam als Solistin gewinnen. Sie erhielt 2020 während der Corona-Pandemie ihren Master-Abschluss an der Guildhall School of Music and Drama in London. Als erste Saxophonistin überhaupt hat sie einen Exklusivvertrag bei Decca Classics.
Mit ihrem Debüt-Album RISE stieg sie auf den ersten Platz der britischen Klassik-
Charts. Wer sie je erlebt hat, auch als Moderatorin im BBC 3 Radio, muss sie wahrscheinlich einfach bewundern für ihren Fokus, für ihre überschäumende, aber kontrollierte Energie und für ihre gute Laune, während sie spielt. Es ist ohnehin ein seltenes Vergnügen, eine Saxophonistin in einem klassischen Konzert zu hören. Dass es uns jetzt gelungen ist, Jess Gillam für das
quirlig-jazzige Konzert von John Adams zu gewinnen, macht uns besonders glücklich.
Der Vater von John Adams hatte in den 1930ern Altsaxophon in Swingbands
gespielt, die Plattensammlung daheim war voll von Jazz – das Saxophon war Adams also früh vertraut. Neu auch für ihn war es, ein Solokonzert für dieses Instrument zu komponieren.
Dirigieren wird ein Tausendsassa: der aufstrebende Belgier Martijn Dendievel,
Gewinner unter anderem des Deutschen Dirigentenpreises 2021. Er lernte Geige,
Cello, Schlagzeug und Cembalo. Bereits mit 14 Jahren wurde er am Königlichen
Konservatorium in Brüssel aufgenommen. Es folgten ein Studium an der Musikhochschule in Weimar und Meisterkurse u. a. bei Bernard Haitink und Paavo Järvi. Eine Fülle von Gastdirigaten bei führenden europäischen Orchestern runden das Profil dieses Dirigenten ab. Er spricht mehrere Sprachen fließend.
Zum krönenden Abschluss dieses Konzerts wird er César Francks Symphonie dirigieren. Franck wurde vor 200 Jahren im wallonischen Lüttich im heutigen Belgien geboren. Seine Symphonie in d-Moll ist Francks einziger Beitrag zu dieser Gattung, ein mitreißendes Werk von ungefähr 40 Minuten, zyklisch angelegt, in dessen Finale die früheren Themen wieder auftauchen, sodass sich Momente des Überschwangs mit solchen der wehmütigen Rückschau ausnehmend elegant verbinden.