1. Symphoniekonzert
Lyrik und Leidenschaft

Freitag, 25. September 2026 . 19:30 Uhr . Festsaal Freiheitshalle Hof

Johannes Brahms
Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 83
Pjotr I. Tschaikowsky
Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 „Pathétique“

Klavier Herbert Schuch
Chefdirigent Martijn Dendievel

Klavier Herbert Schuch
© Felix Broede
Chefdirigent Martijn Dendievel
© Clara Evens

Konzerteinführung
18.30 Uhr

Selbstsicherheit, aus der Erfahrung spricht: ein schlichter Hornruf, wie aus der Ferne; darauf antwortet stimmig das Klavier. In aller Ruhe. So beginnt das zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms. Als Solist konnten wir Herbert Schuch gewinnen, der beide Klavierkonzerte von Brahms kürzlich auf CD eingespielt hat. Die Leitung des Konzerts hat Chefdirigent Martijn Dendievel.

Die Geste der Souveränität, mit der Brahms sein zweites Klavierkonzert beginnen lässt, war hart erkämpft. Mit seinem ersten Klavierkonzert tat er sich über Jahre schwer. Die Mühe war es wert. Dieses mitreißende, ja aufwühlende Konzert haben wir im Februar 2026 für Sie gespielt. Fabian Müller war der Solist. Wir waren selbst überrascht vom großen Erfolg dieses Konzerts!

Bei der Komposition seines zweiten Klavierkonzerts schöpfte Brahms aus der Erfahrung. Man kann das hören. Das zweite wurde ganz anders als Brahms’ erstes. Es ist aber genauso beliebt. Hören Sie, wie gefühlvoll Brahms das zu Beginn komponiert hat: Es ist eine einfache, einprägsame Geste, die noch große Wucht entwickeln wird.
Später erleben wir außer dem Klavier auch ein solistisches Cello: Die innige Cellomelodie im dritten Satz entfaltet lange Spannungsbögen. Das könnte auch Filmmusik zu nostalgisch kolorierten Bildern sein. Im Finale wird es leichtfüßig und schwelgerisch. Auch das konnte Brahms, der im persönlichen Umgang eher trocken und durchaus reizbar war.

Tschaikowsky schätzte seinen deutschen Kollegen nicht besonders; vielleicht war er ihm einfach fremd. Er war ein anderer Charakter als Brahms. Tschaikowsky war im Umgang nobel und gewinnend. Er teilte aber mit Brahms einen Hang zur Melancholie.

Auch mit Tschaikowskys Symphonie Nr. 6 nehmen wir einen Faden aus den vergangenen Spielzeiten wieder auf. Zuletzt haben wir Tschaikowskys Vierte und seine Fünfte gespielt. Jetzt führen wir die Sechste auf, seine letzte Symphonie, deren Uraufführung er noch selbst dirigiert hat. Neun Tage später ist er gestorben.

Die „Pathétique“ gehört zu den Spitzenwerken der symphonischen Musikgeschichte. Sie ist die wichtigste von Tschaikowskys drei späten Symphonien. Wie die beiden anderen hat auch sie eine Art existenzielles Programm. Im Fall der Sechsten endet es tragisch: Der Schlusssatz der Symphonie ist ein erschütterndes Adagio.
Damit ist aber eigentlich gar nicht unbedingt gesagt, ob die Tragik dieser großen Komposition am Ende entscheidend ist. Zu auffällig sind die Schönheiten des Kopfsatzes und die spitzbübisch leichten Mittelsätze: der duftige Tanzsatz im 5/4-Takt und das wild dahinwirbelnde Scherzo.

Herbert Schuch gibt am Vortag des Konzerts eine Masterclass für Schülerinnen und Schüler unserer Musikschule

Werke von Johannes Brahms und Pjotr I. Tschaikowsky

1. Symphoniekonzert - Lyrik und Leidenschaft Werke von Johannes Brahms und Pjotr I. Tschaikowsky. Klavier: Herbert Schuch Chefdirigent: Martijn Dendievel