Freitag, 7. Juli 2023 . 19:30 Uhr . Festsaal, Freiheitshalle Hof

11. Symphoniekonzert
Großmeister

Oboe und Dirigent Albrecht Mayer

Werke
Johannes Brahms Variationen über ein Thema von Haydn op. 56a
Johann Sebastian Bach
Konzert für Oboe d’amore, Streicher und B.c. A-Dur BWV 1055
Antonín Dvorák Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Wir laden Sie herzlich zur Konzerteinführung um 18:30 Uhr im Konferenzbereich Freiheitshalle Hof ein, der Eintritt ist frei.

Albrecht Mayer ist Franke. Er war zwei Jahre lang Solo-Oboist bei den Bamberger Symphonikern. Anschließend wechselte er in gleicher Funktion zu den Berliner Philharmonikern – seit 23. August 1992 ist er dort beschäftigt. In den vergangenen Jahrzehnten ist Albrecht Mayer als einer der weltweit führenden Oboisten bekannt geworden. Vielleicht ist er inzwischen der bekannteste Oboist überhaupt, vielfach preisgekrönt, mit zahllosen Solo-Auftritten; eine Reihe außergewöhnlicher CD-Aufnahmen hat er ebenfalls vorgelegt.
Im letzten Symphoniekonzert dieser Saison wird Albrecht Mayer als Dirigent
und Solist gleichermaßen zu erleben sein.
Zunächst hebt er den Taktstock über der Partitur der Haydn-Variationen von Johannes Brahms. Mittlerweile ist bekannt, dass deren Thema Haydn wohl fälschlich zugeschrieben worden ist. Der musikalischen Substanz der Variationen von Brahms hat das nicht geschadet. Wunderbar eingängig und dezent prachtvoll ist dieses Thema, ein damals bekannter Choral, in der Version von Brahms mit den elegisch herausgehobenen Holzbläsern. Auch in den folgenden Variationen hat der Komponist die Orchesterstimmen transparent gestaltet und nicht ganz so intrikat ineinander verflochten wie in seinen großen Symphonien.
Noch weiter ins Dunkel der Musikgeschichte zurück greift Albrecht Mayer
danach. Da übernimmt er den Solopart in Johann Sebastian Bachs Konzert für Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo. Das Soloinstrument, auch Liebesoboe genannt, ist ein altes Mitglied der Oboenfamilie. Es klingt dunkel-lieblich und etwas melancholisch, ist aber seit der Barockzeit aus der Mode gekommen; ihr Klangspektrum wird heute beispielsweise von Oboe oder Englischhorn abgedeckt. Ob es sich bei der Version mit ‚Liebesoboe‘ um die Originalfassung handelt, lässt sich mangels Quellen nicht mehr eruieren. In
der Barockzeit war es üblich, dass solche Konzerte in verschiedenen Arrangements zirkulierten. So gibt es das BWV 1055 auch als Cembalokonzert.
Einen gemeinsamen Nenner haben die Kompositionen dieses Programms darin,
dass sie alle vom Klangbild her eher verschattet und mit Blick auf die Mittelstimmen komponiert sind.
Antonín Dvořáks sehr populäre Achte unterstreicht dies gleich am Anfang: Ihr erstes, sangliches Thema wird u. a. von den Celli intoniert. Mit dieser Symphonie schlagen wir einen Bogen zum Beginn des Konzerts: Die hier zu hörenden Werke lassen ahnen, dass Dvořák und Brahms in manchen ihrer Klangvorstellungen ganz auf