3. Symphoniekonzert
Polarlicht
Freitag, 13. November 2026 . 19:30 Uhr . Festsaal Freiheitshalle Hof
Rued Langgaard
Polarstjernen
Rued Langgaard
Upaaagtede Morgenstjerner
Carl Nielsen
Klarinettenkonzert op. 57
Jean Sibelius
Symphonie Nr. 4 a-Moll op. 63
Klarinette Annelien Van Wauwe
Dirigent Hermann Bäumer

© Joelle Van Autreve

© Felix Broede
Konzerteinführung
18.30 Uhr
Am Abend des 28. Juli 1949 wurde in den Gärten von Frederiksberg (Kopenhagen) Rued Langgaards Stück „Polarstjernen“ uraufgeführt. Keine schlechte Art, seinen Geburtstag zu feiern, muss sich der Komponist gedacht haben, der an diesem Tag 56 Jahre alt wurde. Als er in den Gärten ankam, hatte er anscheinend Blumen dabei. Außerdem trug er einen großen Hut.
Wie sich der Dirigent Ove Peters weiter erinnert, lag Rued Langgaard während der Uraufführung seines Stücks im Gras und genoss das schöne Wetter. Der Komponist war in diesem Moment wahrscheinlich in hyggeliger Stimmung. „Die Hygge“ ist ein Wort, das heute im Dänischen Wohlbefinden bedeutet. Als Lebensprinzip ist es längst auch in Deutschland beliebt geworden: Wer in hyggeliger Stimmung ist, hat sich etwas Gutes getan, fühlt sich wohl und hat es gemütlich.
Nach dem Bläserstück „Polarstjernen“ hören wir eine Komposition für Streichorchester: „Upaaagtede Morgenstjerner“, was übersetzt so viel bedeutet wie unbeachtete Morgensterne. Es ist ein heimelig-eingängiger Satz aus Langgaards 14. Symphonie, weich im Klang, romantisch und wunderbar zum Träumen.
Mit Carl Nielsens Klarinettenkonzert folgt im Anschluss einer der modernen Klassiker des Repertoires. Nielsen schrieb es 1928 für den Klarinettisten des Kopenhagener Bläserquintetts, Aage Oxenvad, der es im Jahr der Komposition uraufführte: „Oxenvads Klangfülle ist“, so schrieb ein Rezensent, „gleichgestimmt mit den Trollen und Riesen, und er hat Seele, eine stämmige, ursprüngliche Kraft, gemischt mit naiver dänischer Milde.“
Das zuweilen kantige Konzert gilt ein Stück weit als Charakterstudie des Uraufführungssolisten. Umso gespannter werden wir zuhören, wie die aus Belgien stammende Annelien Van Wauwe diese Komposition mit Leben füllt. Ihr Spiel wurde für die Wärme und seine lyrischen Qualitäten sehr gelobt. Sie gewann 2012 einen 2. Preis beim ARD-Musikwettbewerb in München und nach einem Borletti-Buitoni Trust Award 2018 einen OPUS KLASSIK für ihr Debüt-Album „Belle époque“ 2020. Sie unterrichtet am Königlichen Konservatorium in Den Haag.
Wir freuen uns, dass Hermann Bäumer dieses Konzert leiten wird. Er ist unserer früherer Conductor in Residence. Sie kennen ihn! Seit 2025/2026 ist er Musikdirektor der Prager Staatsoper.
Im zweiten Teil dieses Konzertprogramms dirigiert er die vierte Symphonie von Jean Sibelius. Das ist ein überraschendes, karges und spannungsvolles Stück. Es ist das Dokument einer inneren Krise des Komponisten, das aber auch die Widerstandskraft und Resilienz angesichts von Widrigkeiten kultiviert, wie sie das Leben nun einmal leider mit sich bringen kann.
Konzerteinführung 18.30 Uhr
Werke von Rued Langgaard, Carl Nielsen und Jean Sibelius
3. Symphoniekonzert - Polarlicht Werke von Rued Langgaard, Carl Nielsen und Jean Sibelius. Klarinette: Annelien Van Wauwe Dirigent: Hermann Bäumer