Freitag, 31. März 2023 . 19:30 Uhr . Festsaal, Freiheitshalle Hof

7. Symphoniekonzert
Mozart zu Ehren

präsentiert von:

Viola Hartmut Rohde
Dirigentin Shiyeon Sung

Werke
Hector Berlioz Harold in Italien op. 16
Jean Sibelius Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Wir laden Sie herzlich zur Konzerteinführung um 18:30 Uhr im Konferenzbereich Freiheitshalle Hof ein, der Eintritt ist frei.

Unterschiedlicher könnten diese beiden Komponisten kaum sein: der Finne Jean
Sibelius, ein im Alter zunehmend schroff, ja abweisend wirkender Glatzkopf von
scheinbar kühlem Temperament. Und dagegen mit wild gewellten Haaren der
feinsinnige Hector Berlioz, zu dessen Image seine Leidenschaften genauso gehören wie seine Labilität. Die Dramen seiner Künstlerexistenz wusste er nicht nur in der „Symphonie fantastique“ sehr gekonnt zu portraitieren.
Mit Hartmut Rohde an der Soloviola spielen wir für Sie ein Werk von Berlioz, das
auch wir bisher selten aufgeführt haben: „Harold in Italien“, eine etwa 45-minütige
Symphonie mit Solobratsche. Mit Blick auf die Harold-Figur vertont der Komponist
hier Erfahrungen, die er selbst in den 1830er Jahren in Italien gemacht hat.
Die Überschriften zu den vier Sätzen deuten das Programm dieser Musik an:
– Harold in den Bergen. Szenen der Melancholie, des Glücks und der Freude
– Marsch der Pilger, die das Abendgebet singen
– Abendständchen eines Abruzzenbewohners für seine Geliebte
– Gelage der Räuber und Erinnerungen an vergangene Szenen.
Die auch heute noch äußerst beliebte Symphonie Nr. 2 von Jean Sibelius passt
unter anderem deswegen gut in dieses Programm, weil Skizzen zu dieser Komposition ab Februar 1901 in Italien entstanden sind. Zunächst hatte sich Sibelius mit dem Stoff des Don Juan auseinandergesetzt und wollte dessen Begegnung mit dem Tod in neue Töne kleiden. Diese und andere poetischen Vorstellungen sollten in den kommenden Jahren in den Hintergrund treten. Die Uraufführung der Symphonie zunächst im März 1902 in Helsinki war trotzdem – und vielleicht gerade deswegen – ein großer Erfolg. Seither hat man dieses Werk häufig mit den damaligen Bestrebungen Finnlands in Zusammenhang gebracht, von Russland unabhängig zu werden; Sibelius hat eine solche Deutung allerdings abgelehnt.
Wir können diese Musik mit ihren eingängigen Motiven und ihren suggestiven
Themen als eine Art Programmmusik ohne Programm hören, eine Musik wie eine leere Filmleinwand, die uns beim Hören viel Freiraum für eigene Assoziationen lässt, dabei aber die Richtung zu einem prächtigen Abschluss in Dur vorgibt; Spieldauer gut 45 Minuten.
Am Pult heißen wir dazu eine echte Ausnahmeerscheinung willkommen: Die
südkoreanische Dirigentin Shiyeon Sung gilt als eine Pionierin ihres Metiers. Als erster südkoreanischer Dirigentin überhaupt gelang ihr der Sprung an die Pulte international bedeutender Klangkörper, darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Los Angeles Philharmonic oder das Konzerthausorchester Berlin.