Symphoniekonzert
Sommernächte
Samstag, 10. Juli 2027 . 19:00 Uhr . Bayreuth, Friedrichsforum
Louise Farrenc
Ouvertüre Nr. 2 Es-Dur op. 24
Hector Berlioz
Les nuits d’été op. 7
Robert Schumann
Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61
Tenor Ian Bostridge
Chefdirigent Martijn Dendievel

© Marco Borggreve

© Clara Evens
Weltstar Ian Bostridge gastiert regelmäßig auf mehreren Kontinenten. Wien, Salzburg, München, Amsterdam, Edinburgh, New York und viele weitere Städte stehen normalerweise in seinem Terminkalender. Zuletzt gastierte er unter anderem in Rom, Paris, Florenz und St. Louis. Wir hatten Glück, dass wir ihn für ein Konzert bei den Hofer Symphonikern engagieren konnten!
Auf unserem Programm: „Les nuits d’été“ von Hector Berlioz. Der französische Titel heißt übersetzt „Die Sommernächte“. Insgesamt ist es ein kleiner Zyklus von sechs zarten Liedern mit Orchester in kleiner Besetzung. Die Lieder sind fein instrumentierte Kostbarkeiten, leicht wie ein facettenreicher Roséwein, erfrischend in der Sommerhitze.
Dabei haben die Texte dieser betörenden Lieder zumeist gar nichts mit dem Sommer zu tun – zumindest auf den ersten Blick. Das erste Lied handelt vom Frühling, das folgende von einer Rose am Busen einer tanzenden Frau. Nachher hören wir gar eine Friedhofsszene. Und zwischendurch geht es um Liebessehnsucht und Trennungsschmerz, symbolisiert durch die Weite des Meeres.
Auf einer symbolischen Ebene ergibt diese thematische Bandbreite aber durchaus Sinn. Irgendwann legt sich über jeden Sommer die Melancholie: Auch die schönsten Sommertage werden einmal zu Ende gehen. Umso mehr genießen wir den Moment mit allen Sinnen und lassen die Gedanken schweifen.
Die Ouvertüre zu unserem Konzert stammt von Louise Farrenc. Ihrem Schaffen widmen wir uns in Hof nicht zum ersten Mal. Sie war eine Ausnahmeerscheinung im Paris des 19. Jahrhunderts und wurde als Komponistin, Musikwissenschaftlerin, Pianistin und Klavierprofessorin zu einer führenden Figur im Pariser Musikleben ihrer Zeit – die auch die Zeit von Berlioz und Schumann war.
Wer sich auf alte Gewissheiten nicht verlassen will, muss den Mut haben, für einen Moment ins Ungewisse zu schauen. Robert Schumann hatte diesen Mut, zum Beispiel als er sich daran machte, die Symphonie zu komponieren, die wir heute als seine Zweite kennen. Auf Wunsch von Chefdirigent Martijn Dendievel haben wir sie ins Programm gesetzt. Und wir spielen sie gerne für Sie.
Für Schumann war das Stück ein Befreiungsschlag nach Jahren der persönlichen, gesundheitlichen und kompositorischen Krise. Man hört der Symphonie das Suchen an, aber auch das Finden und die Erleichterung darüber, schon im leichtfüßigen Scherzo – und noch mehr im jubelnden Finale: Schumann hatte endlich einen neuen Weg gefunden, der Symphonie, wie er sie verstand, eine sinnfällige Form zu geben.
Werke von Louise Farrenc, Hector Berlioz und Robert Schumann